Die Ortsgruppe Bad Cannstatt

Bad Cannstatt, der ältere Teil von Stuttgart, wurde um 700 n.Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Besiedelt war der Raum aber schon viel früher. Zwischen 90 und 150 n.Chr. ließen sich die legendären Römer in ihrem Kastell hoch über dem Neckar nieder. Sie brachten etwas mit, was aus unserem Stadtbezirk bis heute nicht wegzudenken ist – den Wein. Und noch etwas schätzten die Krieger aus dem Süden. Die berühmten Cannstatter Heilquellen.

Vom Kastell ist heute nichts sichtbar erhalten und auch sonstige Spuren der Römer sind eher bescheiden. Dagegen dominieren Wasser und Wein nach wie vor. Moderne Betriebe produzieren heute den edlen Rebensaft, u.a. den „Cannstatter Zuckerle“. In den Mineralquellen entspannen sich die Besucher und finden Linderung bei vielerlei Wehwehchen!

Zu diesen beiden Schätzen fühlen sich die Cannstatter hingezogen und mit ihrer Liebe zur Natur nimmt es auch nicht wunder, daß bald nach der Gründung des Albvereins in Cannstatt eine Ortsgruppe ins Leben gerufen wurde. Man schrieb das Jahr 1894.

Die Ortsgruppe befindet sich also im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens. Mit vielerlei Angeboten an die Mitglieder und die ganze Bevölkerung nimmt sie innerhalb des Cannstatter Vereinslebens einen wichtigen Platz ein.

In der Ortsgruppe Bad Cannstatt sind ca. 280 Mitglieder vereint. Schwerpunkt der Aktivitäten liegt ohne Zweifel beim Wandern. Durchschnittlich 15 Teilnehmer wandern zu Zielen in unserer Heimat, aber auch in mehrtägigen Wanderungen zu anderen deutschen Mittelgebirgen und ins benachbarte Ausland. Ein besonderes Schmankerl sind die jährlich stattfindende Hochgebirgstour, die Skiausfahrt, die Radtour sowie eine sportliche Wanderung. Unser Motto: „Bei ons ka jeder mit, bloß laufa mueß er selber!“

Besonderes Augenmerk gilt dem guten Zustand der Wanderwege, von denen unsere Wanderwarte 24 km betreuen.

Wir fühlen uns dem Naturschutz verpflichtet. Schon vor vielen Jahren haben wir die Patenschaft für den Hohlbrunnen mit anschließendem Bachlauf in Stuttgart-Hofen übernommen. Mit großem Eifer sind alljährlich am Landschaftspflegetag unsere Helfer dabei, dieses Biotop in einen ansprechenden Zustand zu bringen und als Lebensraum für viele Kleintiere und Pflanzen zu erhalten. Für diese Arbeit erhielten wir schon wiederholt einen Umweltpreis der Stadt Stuttgart.

Innerhalb der Ortsgruppe wird Volkstanz praktiziert. Getanzt wird zur eigenen Freude – und wie uns oft bestätigt wird – auf hohem Niveau. Deshalb auch immer wieder Auftritte: bei der Jahresfeier, bei anderen Vereinen, bei Straßenfesten, der Sonnwendfeier, um nur eine Auswahl zu nennen.

Ein besonderes Interesse gilt dem Theater. Seit Jahrzehnten studiert die Laienspielgruppe alljährlich ein Stück ein, das im Rahmen der Jahresfeier auf die Bühne des Kursaals kommt. Schwäbische Mundart wird praktiziert, aber genauso gibt man sich den Stücken von Ludwig Thoma, Curt Goetz oder – frei nach Goethe – dem „Mini-Faust“ hin. Nach gelungenem Auftritt und einem gelegentlichen Engagement bei benachbarten Vereinen ist alle Mühe vergessen und beim obligaten Theaterausflug wird bereits die nächste Aufführung geplant.